BreizeitBeikost Schritt für Schritt
September2026

Trinken in der Beikostzeit: Ab wann Wasser und wie viel?

Mit dem Start der Beikost fragen sich viele Eltern, ab wann ihr Baby zusätzliches Wasser benötigt. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu geeigneten Getränken und dem richtigen Zeitpunkt.

Kleiner offener Silikonbecher mit klarem Wasser neben einer leeren Breischale.
Mit zunehmender Breimenge wird Wasser im offenen Becher angeboten. Illustration: KI-generiert

Der Start in die Beikostzeit ist für Eltern und Kind eine aufregende Phase voller neuer Eindrücke. Neben der Frage, welches Gemüse sich für den ersten Brei eignet, rückt bald ein weiteres Thema in den Fokus: das Trinken. Viele Eltern sind unsicher, ab wann ihr Baby zusätzliche Flüssigkeit in Form von Wasser oder Tee benötigt. Schließlich soll der kleine Körper optimal versorgt sein.

Die gute Nachricht ist, dass der Übergang von reinen Milchmahlzeiten zur festen Nahrung fließend verläuft und auch der Flüssigkeitsbedarf sich ganz natürlich anpasst. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann der richtige Zeitpunkt für das erste Wasser gekommen ist, welche Getränke sich am besten eignen und warum ein Becher oft die bessere Wahl als eine Nuckelflasche ist.

Solange überwiegend gestillt oder Flaschennahrung gefüttert wird

In den ersten Lebensmonaten ist die Ernährung von Babys ganz auf flüssige Nahrung ausgelegt. Muttermilch und Säuglingsanfangsnahrung bestehen zum allergrößten Teil aus Wasser und decken sowohl den Energie- als auch den Flüssigkeitsbedarf des Kindes vollständig ab. Solange ein Baby also noch voll gestillt wird oder ausschließlich die Flasche bekommt, ist in der Regel kein zusätzliches Getränk nötig.

Selbst an warmen Sommertagen reicht es meist aus, das Baby einfach häufiger anzulegen oder ihm öfter eine Flasche anzubieten. Ein zusätzliches Angebot von Wasser oder Tee in dieser frühen Phase kann sogar Nachteile haben. Der Magen eines Babys ist noch sehr klein. Trinkt es Wasser, ist der Magen gefüllt, ohne dass das Kind Kalorien oder wichtige Nährstoffe aufgenommen hat. Dies kann dazu führen, dass es weniger Milch trinkt und somit nicht ausreichend versorgt wird. Daher gilt für die Zeit vor dem Beikoststart: Milch ist völlig ausreichend.

Der richtige Zeitpunkt: Mit dem dritten Brei regelmäßig Wasser anbieten

Sobald die ersten Löffel Brei gegessen werden, ändert sich die Zusammensetzung der Mahlzeiten. Dennoch bleibt Milch zunächst die Hauptnahrungsquelle. Wird die erste Milchmahlzeit durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei ersetzt, erhält das Kind über das pürierte Gemüse und das zugesetzte Wasser im Brei immer noch eine beachtliche Menge an Flüssigkeit. Auch bei der Einführung des zweiten Breis, meist dem Milch-Getreide-Brei am Abend, ist der Flüssigkeitsanteil durch die enthaltene Milch hoch.

Das Netzwerk Gesund ins Leben, welches Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung herausgibt, rät Eltern: Spätestens mit der Einführung des dritten Breis sollte dem Baby regelmäßig etwas zu trinken angeboten werden. Dieser dritte Brei ist klassischerweise der milchfreie Getreide-Obst-Brei am Nachmittag. Mit dem Wegfall einer weiteren Milchmahlzeit steigt nun der Bedarf an zusätzlicher Flüssigkeit.

Es ist wichtig, das Trinken ganz entspannt und ohne Druck in die Mahlzeiten zu integrieren. Stellen Sie einfach zu jedem Brei ein kleines Gefäß mit Wasser bereit und bieten Sie dem Kind daraus an. Wie viel das Baby letztendlich trinkt, entscheidet es selbst. Es gibt keine konkreten Vorgaben für bestimmte Millilitermengen pro Tag, die ein gesundes Baby trinken muss. Der kindliche Organismus reguliert den Durst sehr zuverlässig selbst, solange ihm regelmäßig geeignete Getränke zur Verfügung stehen.

Ablauf

Vom Milchtrinken zum eigenen Becher

  1. Voll gestillt oder FlascheMilch deckt Energie- und Flüssigkeitsbedarf; zusätzliches Wasser ist in der Regel nicht nötig.
  2. Erster und zweiter BreiÜber Gemüse, Wasser im Brei und Milch im Milch-Getreide-Brei kommt noch viel Flüssigkeit an.
  3. Spätestens mit dem dritten BreiZu jeder Breimahlzeit regelmäßig etwas zu trinken anbieten – am besten Leitungswasser.
  4. Aus dem offenen Becher übenAnfangs den Becher selbst halten und nur kleine Schlucke an die Lippen fließen lassen.
  5. Menge bestimmt das KindFeste Millilitervorgaben gibt es nicht; regelmäßig nasse Windeln zeigen eine gute Versorgung.
Zusammengefasst aus diesem Beitrag. Grundlage: Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben. Bei Bleileitungen oder Hausbrunnen ist Leitungswasser für Säuglinge nicht geeignet. Allgemeine Information, ersetzt keine kinderärztliche Beratung.

Geeignete Getränke für Babys

Wenn es um die Wahl des richtigen Getränks geht, ist weniger oft mehr. Der beste und natürlichste Durstlöscher für Babys und Kleinkinder ist schlichtes Leitungswasser. In Deutschland ist Leitungswasser streng kontrolliert und in der Regel gut für die Zubereitung von Babynahrung und als Getränk geeignet. Lassen Sie das Wasser vor dem Abfüllen einfach so lange aus dem Hahn laufen, bis es spürbar kühl über die Finger fließt. So stellen Sie sicher, dass kein Stagnationswasser aus den Leitungen verwendet wird. Ausnahmen bilden Haushalte mit alten Bleileitungen oder einem eigenen Hausbrunnen. In diesen Fällen ist das Leitungswasser für Säuglinge nicht geeignet.

Als Alternative zu Wasser können Sie ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees anbieten. Milde Sorten werden von vielen Babys gut akzeptiert. Achten Sie darauf, den Tee nicht zu lange ziehen zu lassen, damit er mild bleibt, und lassen Sie ihn vor dem Füttern auf Zimmertemperatur abkühlen. Tee sollte jedoch eher zur Abwechslung gereicht werden; Wasser bleibt das Basisgetränk Nummer eins.

Ungeeignete Getränke in der Beikostzeit

Während Wasser und ungesüßter Tee den Durst optimal löschen, gibt es eine Reihe von Getränken, die im ersten Lebensjahr und darüber hinaus nicht in den Babybecher gehören. Saft ist als Durstlöscher ungeeignet. Selbst reiner Fruchtsaft ohne Zuckerzusatz enthält von Natur aus viel Fruchtzucker und Säure. Beides kann die empfindlichen ersten Zähnchen angreifen und den Grundstein für Karies legen. Zudem gewöhnen sich Babys durch süße Getränke sehr schnell an diesen Geschmack und lehnen neutrales Wasser später oft ab.

Ebenso ungeeignet sind gesüßte Tees, egal ob sie mit Haushaltszucker, Honig oder Sirup gesüßt wurden. Limonaden, Eistees und andere Erfrischungsgetränke haben in der Ernährung von Säuglingen ebenfalls keinen Platz. Sie liefern leere Kalorien, können zu Übergewicht führen und schaden der Zahngesundheit.

Übersicht: Welche Getränke eignen sich?

Die folgende Tabelle fasst noch einmal übersichtlich zusammen, welche Getränke Sie Ihrem Baby bedenkenlos anbieten können und welche Sie besser meiden sollten.

Empfehlungen für Babygetränke in der Beikostzeit
GetränkGeeignet?Hinweis
LeitungswasserJaIn Deutschland in der Regel ideal. Ausnahmen: Bleileitungen oder Hausbrunnen.
Ungesüßte Kräuter- oder FrüchteteesJaGute Alternative zu Wasser. Nur mild aufbrühen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Saft (als Durstlöscher)NeinEnthält von Natur aus viel Zucker und Säure, greift die Zähne an.
Gesüßte Tees und LimonadenNeinUngeeignet wegen des hohen Zuckergehalts und des damit verbundenen Kariesrisikos.

Die Wahl des Trinkgefäßes: Becher statt Flasche

Nicht nur das Was, sondern auch das Wie spielt beim Trinkenlernen eine Rolle. Es wird empfohlen, Wasser oder Tee möglichst früh aus einem offenen Becher oder einem Glas anzubieten, anstatt eine Nuckelflasche zu verwenden. Das Trinken aus dem Becher fördert die Entwicklung der Mundmotorik und schont die Zähne.

Wenn Babys aus einer Flasche trinken, neigen sie oft dazu, dauerhaft daran zu nuckeln. Dieses ständige Umspülen der Zähne, selbst mit ungesüßtem Tee, kann den Zahnschmelz belasten. Ein kleiner, bruchsicherer Becher aus einem schadstofffreien Material oder ein kleines, dickwandiges Glas eignen sich hervorragend für die ersten Trinkversuche. Zu Beginn halten Sie den Becher am besten selbst und lassen die Flüssigkeit nur in ganz kleinen Schlucken an die Lippen des Babys fließen.

Natürlich geht beim Üben anfangs oft mehr Wasser auf das Lätzchen als in den Mund. Das ist völlig normal und Teil des Lernprozesses. Mit etwas Geduld und regelmäßiger Übung haben die meisten Babys den Dreh schnell heraus. Spezielle Trinklernbecher können für unterwegs praktisch sein, zu Hause ist der offene Becher jedoch die beste Wahl für die motorische Entwicklung.

Häufige Fragen

Was tun, wenn das Baby kein Wasser trinken möchte?

Viele Eltern machen sich Sorgen, wenn ihr Baby das angebotene Wasser zunächst ausspuckt oder den Becher wegschiebt. Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Wasser ist geschmacksneutral und unterscheidet sich stark von der süßlichen Muttermilch oder Säuglingsnahrung. Bieten Sie zu den Mahlzeiten weiterhin geduldig und ohne Zwang Wasser an. Solange das Kind noch Milchmahlzeiten erhält, der Brei viel Feuchtigkeit enthält und die Windeln regelmäßig nass sind, ist es in der Regel ausreichend versorgt. Die Akzeptanz kommt mit der Zeit ganz von allein.

Woran erkennt man, dass das Baby genug Flüssigkeit bekommt?

Ein gesundes, gut hydriertes Baby erkennen Sie an nassen, schweren Windeln. Wenn Sie mehrmals am Tag eine gut gefüllte Windel wechseln und der Urin hell und fast geruchlos ist, bekommt Ihr Kind ausreichend Flüssigkeit. Zudem wirkt das Baby wach, aktiv und hat feuchte Schleimhäute sowie eine rosige Haut. Bei Unsicherheiten ist eine ärztliche Abklärung ratsam; wirkt das Baby apathisch oder hat es deutlich weniger nasse Windeln, sollte es rasch ärztlich untersucht werden. Bitte beachten Sie, dass dieser Ratgeber keine ärztliche Beratung ersetzt.

Muss Leitungswasser für das Baby abgekocht werden?

In den ersten Lebenswochen wird oft empfohlen, das Wasser für die Fläschchenzubereitung abzukochen. Sobald das Baby jedoch ins Beikostalter kommt und anfängt, seine Umgebung mit dem Mund zu erkunden, ist ein Abkochen von frischem Leitungswasser in der Regel nicht mehr zwingend erforderlich. Lassen Sie das Wasser einfach kalt aus der Leitung laufen, bis es frisch ist.

Quellen

  • Netzwerk Gesund ins Leben (Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
  • Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)

Dieser Artikel fasst Wissen allgemein verständlich zusammen und kann eine individuelle Beratung nicht ersetzen.