Getreide-Obst-Brei: Grundrezept für den Nachmittag
Der Getreide-Obst-Brei wird meist als dritter Brei am Nachmittag eingeführt. Mit wenigen Zutaten lässt sich dieser milchfreie Snack einfach selbst zubereiten.

Wenn Babys langsam an die Beikost herangeführt werden, steht nach der Einführung des Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Breis zur Mittagszeit und des Milch-Getreide-Breis am Abend meist eine weitere Neuerung an. Der Getreide-Obst-Brei ist der klassische dritte Brei im Beikostplan und wird traditionell am Nachmittag gefüttert. Er liefert dem Baby wertvolle Energie für den restlichen Tag und schließt eine weitere Lücke zwischen den noch verbleibenden Milchmahlzeiten.
Für Eltern bedeutet dieser Schritt oft eine Erleichterung, da sich der Nachmittagsbrei besonders unkompliziert und schnell zubereiten lässt. Auch für unterwegs ist diese Mahlzeit hervorragend geeignet. Im Gegensatz zu den vorherigen Breien kommt diese Variante ganz ohne Milch aus, was aus ernährungsphysiologischer Sicht einen wichtigen Zweck erfüllt. Die Kombination aus Getreide und Vitamin-C-reichem Obst verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen.
Der dritte Brei: Milchfrei und voller Energie
Der Nachmittag ist für viele Babys eine aktive Zeit. Sie beginnen, ihre Umgebung intensiver zu erkunden, krabbeln, greifen nach Gegenständen und verbrauchen dabei reichlich Energie. Genau hier setzt der Getreide-Obst-Brei an. Dass dieser Brei milchfrei zubereitet wird, ist kein Zufall: Das Calcium aus Milch kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen hemmen, und zusammen mit Abendbrei und Milchmahlzeiten wäre die Eiweißzufuhr sonst unnötig hoch.
Da Babys im zweiten Lebenshalbjahr einen erhöhten Eisenbedarf haben, um ihre körpereigenen Speicher aufzufüllen und das Wachstum zu unterstützen, ist eine eisenreiche Mahlzeit am Tag besonders wichtig. Vollkorngetreide liefert dieses pflanzliche Eisen. Damit der Körper es jedoch gut verwerten kann, benötigt er einen Helfer: Vitamin C. Dieses Vitamin ist reichlich im Obst enthalten. Durch die clevere Kombination von Getreide und Obst im Nachmittagsbrei wird die Eisenaufnahme deutlich verbessert.
Die richtigen Zutaten für den Nachmittagsbrei
Für die Zubereitung benötigen Sie nur wenige, aber dafür sehr hochwertige Zutaten.
- Wasser: Frisches Leitungswasser ist in der Regel geeignet; lassen Sie es vorher ablaufen, bis es kühl aus der Leitung kommt. Bei Bleileitungen im Haus oder Wasser aus einem Hausbrunnen verwenden Sie besser abgepacktes Wasser mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ – Abkochen entfernt keine Schadstoffe.
- Vollkorngetreideflocken: Hier liegt die Basis der Mahlzeit. Getreide liefert komplexe Kohlenhydrate, die lange satt machen, sowie wichtige Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung. Hafer, Dinkel oder Hirse sind besonders beliebte und eisenreiche Sorten.
- Obstpüree: Das Obst bringt nicht nur das wichtige Vitamin C in den Brei, sondern sorgt auch für eine angenehme, natürliche Süße. Auf zusätzlichen Zucker sollte in der Beikost strikt verzichtet werden. Milde Obstsorten eignen sich für den Start am besten.
- Fett: Ein kleiner Schuss Öl oder ein Stückchen Butter runden den Brei ab. Fett ist ein wichtiger Energielieferant und verbessert die Aufnahme fettlöslicher Vitamine.
Das Grundrezept für den Getreide-Obst-Brei
Um den Brei zuzubereiten, benötigen Sie keine komplizierten Küchengeräte oder Fertigmischungen. Mit dem folgenden Grundrezept haben Sie immer die richtige Basis für eine ausgewogene Mahlzeit am Nachmittag:
- 90 ml Wasser
- 20 g Vollkorngetreideflocken
- 100 g Obstpüree
- 5 g Rapsöl oder Butter
Schritt-für-Schritt-Zubereitung
Die Zubereitung des Nachmittagsbreis ist denkbar einfach und nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Gerade im oft stressigen Familienalltag ist dies ein großer Vorteil.
- Aufkochen: Geben Sie die 90 ml Wasser zusammen mit den 20 g Vollkorngetreideflocken in einen kleinen Topf. Bringen Sie die Mischung unter Rühren kurz zum Aufkochen. Achten Sie darauf, kontinuierlich zu rühren, da Getreideflocken schnell am Topfboden ansetzen können.
- Quellen lassen: Sobald die Mischung aufgekocht ist, nehmen Sie den Topf vom Herd. Lassen Sie den Brei nun für einige Minuten quellen. So werden die Flocken weich und leichter verdaulich.
- Obst unterrühren: Wenn der Getreidebrei etwas abgekühlt und gut durchgequollen ist, rühren Sie die 100 g Obstpüree gleichmäßig unter. Die Resthitze des Breis reicht meist aus, um das Obst sanft zu erwärmen, falls es direkt aus dem Kühlschrank kommt.
- Fett hinzufügen: Zum Schluss mischen Sie die 5 g Rapsöl oder Butter unter den lauwarmen Brei. Das Fett sollte nicht mitgekocht werden, um wertvolle Inhaltsstoffe zu schonen.
Prüfen Sie vor dem Füttern immer die Temperatur des Breis. Ein kleiner Test auf der Innenseite Ihres Handgelenks zeigt Ihnen zuverlässig, ob die Mahlzeit die richtige Esstemperatur erreicht hat.
Butter oder Öl: Welches Fett ist die beste Wahl?
Im Grundrezept werden 5 g Rapsöl oder Butter als Fettzugabe empfohlen. Beide Varianten haben ihre Berechtigung in der Beikost. Rapsöl wird von Ernährungsexperten aufgrund seines günstigen Fettsäuremusters häufig favorisiert. Es ist geschmacksneutral und lässt sich problemlos unter jeden Brei mischen. Butter hingegen verleiht dem Getreide-Obst-Brei eine besondere, leicht cremige Geschmacksnote, die viele Babys sehr gerne mögen.
Wichtig ist vor allem, dass das Fett erst ganz am Ende der Zubereitung hinzugefügt und nicht stark erhitzt wird. Für die Beikost wird meist raffiniertes Rapsöl empfohlen, weil es geschmacksneutral ist; kaltgepresste Öle schmecken deutlich intensiver. Ein Wechsel zwischen Rapsöl und Butter bietet dem Baby verschiedene geschmackliche Eindrücke.
Obst je nach Saison: Abwechslung auf dem Löffel
Die Auswahl des Obstes bietet eine wunderbare Möglichkeit, den Speiseplan des Babys abwechslungsreich zu gestalten. Saisonales und regionales Obst ist nicht nur frischer und oft geschmacksintensiver, sondern schont auch die Umwelt und den Geldbeutel. Für den Beikoststart eignen sich milde Sorten wie Apfel oder Birne besonders gut. Später können Sie den Brei mit anderen Früchten variieren.
Achten Sie darauf, das Obst zu Beginn der Beikostzeit leicht zu dünsten. Gekochtes Obst ist für den noch unreifen Magen-Darm-Trakt des Babys leichter verdaulich als rohes Obst. Wenn Ihr Kind älter wird und die Beikost gut verträgt, können Sie das Obst auch roh fein reiben oder zerdrücken.
| Saison | Geeignetes Obst | Hinweise zur Zubereitung |
|---|---|---|
| Frühling | Apfel, Birne (aus regionaler Lagerung) | Schälen, entkernen, in wenig Wasser weich dünsten und fein pürieren. |
| Sommer | Pfirsich, Aprikose, Nektarine, Melone | Gründlich waschen, häuten, entkernen und pürieren. Sehr weiches Obst kann auch roh zerdrückt werden. |
| Herbst | Apfel, Birne, Pflaume | Schälen, entkernen und dünsten. Pflaumen sparsam verwenden, da sie stark verdauungsfördernd wirken können. |
| Winter | Apfel (Lagerware), Banane | Banane mit der Gabel fein zerdrücken (muss nicht gekocht werden). Äpfel wie gewohnt dünsten. |
Häufige Fragen
Kann ich den Getreide-Obst-Brei auf Vorrat kochen?
Es ist grundsätzlich möglich, das Obstpüree in größeren Mengen vorzukochen und portionsweise einzufrieren. So sparen Sie im Alltag viel Zeit. Der Getreidebrei selbst sollte jedoch immer frisch zubereitet werden. Getreideflocken, die mit Wasser aufgekocht wurden, verändern beim Einfrieren und Auftauen oft ihre Konsistenz und werden unangenehm klebrig. Da das Aufkochen der Flocken schnell geht, ist die frische Zubereitung mit aufgetautem Obstpüree ideal.
Welche Getreidesorten eignen sich am besten?
Für den Nachmittagsbrei eignen sich feine Vollkorngetreideflocken besonders gut, da sie schnell aufquellen und eine sämige Konsistenz ergeben. Haferflocken sind ein Klassiker und werden von den meisten Babys sehr gut vertragen. Auch Dinkel- oder Hirseflocken sind hervorragende Alternativen, die viel pflanzliches Eisen liefern. Es empfiehlt sich, verschiedene Sorten auszuprobieren, um dem Kind unterschiedliche Geschmacksrichtungen anzubieten und die Akzeptanz für neue Lebensmittel zu fördern.
Muss das Obst für den Brei immer gekocht werden?
Zu Beginn der Beikostzeit ist es ratsam, das Obst leicht zu dünsten. Durch das Erhitzen werden die Zellstrukturen des Obstes aufgebrochen, was es für die Verdauung des Babys schonender macht. Wenn sich das Kind an die Beikost gewöhnt hat und keine Bauchschmerzen oder Blähungen zeigt, können Sie nach und nach dazu übergehen, weiches, reifes Obst roh zu verarbeiten. Eine reife Banane oder ein weicher Pfirsich lassen sich wunderbar roh mit der Gabel zerdrücken.
Was kann ich tun, wenn das Baby den Brei ablehnt?
Es ist völlig normal, dass Babys neue Texturen oder Geschmäcker zunächst skeptisch betrachten. Wenn Ihr Kind den Getreide-Obst-Brei ablehnt, üben Sie keinen Druck aus. Bieten Sie die Mahlzeit an einem anderen Tag noch einmal in entspannter Atmosphäre an. Manchmal hilft es, das Verhältnis von Getreide und Obst leicht zu variieren oder eine andere Obstsorte zu wählen. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung; bei anhaltenden Fütterungsproblemen oder Gewichtsverlust sollten Sie stets ärztlichen Rat einholen.
Quellen
- Forschungsdepartment Kinderernährung (FKE): Empfehlungen zum Ernährungsplan für das erste Lebensjahr.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
- Netzwerk Gesund ins Leben: Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung.
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ): Informationen zur gesunden Entwicklung und Ernährung von Säuglingen.
Dieser Artikel fasst Wissen allgemein verständlich zusammen und kann eine individuelle Beratung nicht ersetzen.